Naturstein - Muschelkalkstein

Gestaltung mit Naturstein - Tipps zur Verwendung und richtigen Pflege

Gestaltung mit Naturstein – Tipps zur Verwendung und richtigen Pflege

Fachvortrag mit Waldemar Stahl und der Firma Scheuermann

Im Rahmen der Reihe „Garten Aktuell“ informierte Waldemar Stahl, Geschäftsführer von Garten-Stahl GmbH und Philipp Scheuermann, Geschäftsführer von Scheuermann GmbH & Co., im Haus der Landschaft darüber, was bei der Gestaltung mit einem Naturstein wie Muschelkalk beachtet werden sollte.

Philipp Scheuermann berichtete von der Gewinnung und Verarbeitung des Muschelkalks aus der Praxis im Steinbruch und Produktionsbetrieb und Waldemar Stahl von der Weiterverarbeitung, Verwendung und Pflege.

Naturstein ist einer der ältesten Baustoffe und auch haltbarsten Baustoffe der Welt. Der Muschelkalk ist ein Schichtgestein, das über 150 Mio. Jahre hinweg durch Ablagerung verschiedener Materialien und Verfestigung durch Oberflächendruck entstanden ist. Im Raum Würzburg ist er als sogenannter Quaderkalk ausgeprägt und entstand aus fossilienführenden, überwiegend kalkige Ablagerungen in flachen Meeresbecken. Die Farbtöne erstrecken sich vom graublau bis zum graubraun. Er gehört wie auch der Sandstein oder der Marmor zu den Weichgesteinen.

Muschelkalk wird im Steinbruch abgebaut und zu transportierfähigen Blöcken zugerichtet, sodass er im Produktionsbetrieb weiterverarbeitet werden kann. Dabei kommen große Maschinen zum Einsatz, wie verschiedenste Bohrgeräte, mobile Seilsägen und Schrämmsägen, natürlich auch Radlader und weitere Transportfahrzeuge.

Bei der Weiterverarbeitung werden die großen Blöcke beispielsweise in Platten zugesägt oder auch in kleinere Blöcke gespalten.

Zuletzt wird im Produktionsbetrieb noch die Oberfläche bearbeitet. Dabei gilt: Gröbere Oberflächen scheinen heller und sind rutschfester, feinere Oberflächen scheinen dunkler und wirken glatter.

Ausschlaggebend bei der Entscheidung für eine bestimmte Oberfläche sind:

 gewünschte Optik

 technische Eigenschaften wie Rutschfestigkeit oder Wasserabweisung

 Reinigungsmöglichkeit

 Haptik

 Außennutzung: raue Oberflächen

 Innennutzung: feine Oberflächen

 

Naturstein kann nach dem Sägen noch sand- oder tellergestrahlt werden. Hier bleiben kleinere Einschlüsse erhalten und die Oberfläche ist rutschfest. Noch rutschfester ist eine gestockte Oberfläche, die mit dem Presslufthammer oder dem Stockteller bearbeitet wird. Das Beilen ergibt eine ähnliche Struktur, nur mit einer Längststruktur. Diese Oberflächen sind nur bedingt waschbar, Reinigung erfolgt hier am besten durch Kehren.

Eine andere Möglichkeit ist das Schleifen, wobei es Abstufungen vom groben zu feinen Schliffen gibt. Etwas rutschfester als das Schleifen ist das Bürsten, das wellenförmige Vertiefungen hinterlässt. Die feinste Oberflächenstruktur erreicht man durch das Polieren, sei es maschinell oder durch Aufbringen von Polituren. Die Liste der Möglichkeiten für Oberflächenbearbeitung geht noch weiter, es gibt geboßte, scharrierte,…

Naturstein hat viele Anwendungsbereiche: Es kann als Bodenbelag genutzt werden, eine Fassade verkleiden, zum Mauerbau dienen, für Sitzelemente, Möbelstücke und vieles mehr.

Bei den Bodenbelägen gibt es zwei Möglichkeiten: gebunden oder ungebunden. Gebundene Beläge werden beispielsweise in einem Mörtelbett mit Pflasterdränmörten verbaut, die Fuge mit Mörtel oder kunststoffgebundener Masse ausgegossen. Darunter liegen eine Schicht Unterlagsdränmörtel und eine Frostschutzschicht.

Ungebundene Beläge haben über der Frostschutzschicht noch eine Tragschicht und ein Sandbett, auf dem die Steine liegen.

Es gibt viele Gründe, Naturstein im eigenen Garten zu verwenden:

 Es ist vielfältig, die individuellen Steine sind Unikate.

 Es ist umweltverträglich, ein Naturstoff der für die Herstellung keine Energie verbraucht. Steinbrüche sind dazu noch Biotope.

 Es hat eine hohe Lebensdauer, ist robust und leicht zu reinigen.

 Es ist hygienisch, nicht brennbar, bietet Schallschutz und dient als Wärmespeicher.

 Es ist belastbar, recyclebar, schadstofffrei und deponierbar.

Um die Umwelt auch wirklich zu schonen, setzt man am besten auf regionalen Naturstein, um lange Transportwege zu vermeiden.

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